Warum Imker ein Faible für Strumpfmode haben

Nein, das ist überhaupt nicht anzüglich gemeint! Der Durchsatz an Feinstrumpfhosen ist bei uns über das Imkerjahr verteilt ganz schön hoch, weil sie so unglaublich praktisch sind! Sie werden selbstverständlich immer neu gekauft und unbenutzt eingesetzt. Und für das Einkaufen dieser nützlichen Beinmode ist Matthias verantwortlich, weil die Blicke an der Kasse so lustig sind, wenn er mal wieder einen Zweierpack Feinstrümpfe 40-Den in amber oder schwarz auf´s Band legt. :-)

 

Zum Einsatz kommt die Beinmode zunächst einmal beim Honig schleudern. Dafür werden die Beine der Hose eng am Zwicklelbund verknotet und der Rest abgeschnitten. Über einen großen Honigeimer gespannt, wird der Honig nach dem Grob- und Feinsieb noch einmal zusätzlich gefiltert und gleichzeit während des Schleuderns in der Küche vor Staub und anderen Teilchen in der Luft geschützt.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit bieten die Feinstrumpfhosen beim Schwarmfangen. Mancher Imker kennt das: kaum spricht sich herum, dass ein Bienenvater im Ort vorhanden ist, wird er zum Ansprechpartner und Experten für alles mit sechs und mehr Beinen und/oder Flügeln. So kommt es auch vor, dass man gerufen wird, ein abgeschwärmtes Bienenvolk aus einem Garten zu holen. Wenn man es dann geschafft hat, die Bienen vorzugsweise MIT Königin (es sei denn, man macht Dinge gerne zweimal) in einen Eimer zu bugsieren, stellt sich die Frage, wie man das Volk im warmen Auto nach Hause bringt. Die Bienen leiden in dieser Situation ziemlich unter Stress und drohen in der Schwarmtraube zu überhitzen und zu sterben. Der Fachbegriff dafür heißt "verbrausen". Ein fester Deckel auf dem Eimer wäre also schlecht. Verschließt man den Eimer nicht, fliegen Bienen im Auto umher, was auch nicht ideal ist. Der Clou: eine Strumpfhose sorgt für eine gute Belüftung des Schwarms im Eimer und verschließt ihn trozdem sehr gut. So können die Mädels bequem transportiert werden und glücklich in ihr neues Zuhause einziehen.

Eine weitere Arbeitserleichterung bringen Damenstrümpfe auch beim Aufarbeiten von Bienenwachs. Das, was beim Einschmelzen von alten Bienenwaben übrig bleibt, ist alles andere als schön anzusehen. Das Wachs ist noch vermutzt und muss gefiltert werden. Am besten macht man das, indem man es in einem Topf langsam mit Wasser erhitzt. Sobald alles geschmolzen ist, gießt man das heiße Gebräu durch eine über einen Eimer gespannte Strumpfhose, bei der die Beine wieder verknotet und abgeschnitten wurden. Lässt man den Eimer in Ruhe einen Tag stehen, trennt sich Wachs von Wasser und kann als wunderbares "Makro-Teelicht" aufbewahrt werden.

Imker sind eben erfinderische Wesen. Und einen Sinn für Mode haben sie also auch. ;-) 

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